Portugal – Madeira

Seltene Palearkten und Endemiten

Madeira, mit einer Fläche von 801 qkm und 737 km von der Küste Afrikas entfernt, ist einer der besten Plätze weltweit zur Beobachtung von Sturmschwalben, Wellenläufern, Sturmvögeln und Sturmtauchern. Aber auch Wale, Delfine und Meeresschildkröten sind möglich. Unser Partner vor Ort fährt mit einem offenen Spezialboot aufs Meer zu verschiedenen bewährten Stellen, wo Fischfleisch ins Wasser geworfen wird. Der Geruch lockt die seltenen Pelagen an, die dann oft sehr nah beobachtet werden können. Die Fahrten finden an 3 Spätnachmittagen statt, wenn es windig und auf dem Meer etwas höherer Wellengang zu erwarten ist, dies ist die beste Zeit für Palearkten. Die Bootsfahrten dauern rund 7 Stunden, eine „Behelfstoilette“ ist an Bord (schauen Sie sich unsere Bildershow an).
Auf einer Nachtexkursion fahren wir ins Gebirge zum Brutgebiet des Madeira-Sturmvogels. Aber auch die Landvögel werden bei einer ganztägigen Exkursion nicht zu kurz kommen, darunter die endemische Silberhalstaube und das Madeira-Goldhähnchen.

Schleiergrasmücke (melanistische – Mönchsgrasmücke) (Sylvia atricapilla heineken)

1. Tag: Flug von Deutschland nach Funchal auf Madeira, Abendessen im Hotel White Water in Machico.

2. Tag: Nach dem Frühstück starten wir zu einer ganztägigen Beobachtungstour, um vor allem endemische Landvogelarten und seltene Gäste, die sich in den letzten Jahren immer mehr einstellen, zu finden.
Am östlichsten Punkt der Insel, die Landschaft ist goldfarben anstelle des sonst vorherrschenden Grüns, finden wir eine große Kolonie von Mittelmeermöwen, aber auch Steinsperling, Rothuhn, Weidensperling und viele endemische Madeira-Mauereidechsen. Vor allem müssen wir bei den Landexkursionen auf den Gesang der Mönchsgrasmücke achten. Mit etwas Glück finden wir darunter eine „Schleiergrasmücke“, 5 % der Mönchsgrasmücken sollen dieser melanistischen Variante angehören.
Die Unterart der Brillengrasmücke (orbitalis) ist unser nächstes Ziel, die gerne in verwilderten Gärten und Wiesen, die zum Teil mit Hecken bewachsen sind, brütet. Auch werden hier immer wieder Stieglitze, Bluthänflinge und Wellenastrilde beobachtet. Im Gras verstecken sich gerne Wachtel und Rothuhn und auf den kargen ausgemagerten Flächen und Felsformationen sind Kanarenpieper und Madeira-Mauereidechse nicht selten.

Brillengrasmücke (Sylvia conspicillata orbitalis)

An den über 300 Meter hohen Klippen, die steil ins Meer fallen, achten wir auf Felsentauben, Einfarbsegler und Mittelmeermöwen, die gerne entlang der Klippen segeln.
Wir besuchen die einzigartigen Lorbeerwälder der Insel, wir wandern entlang einer Levada (künstlich angelegter, wasserführender Kanal) zu einem Aussichtspunkt. Von hier oben überblicken wir den Lorbeerwald und hoffen auf überfliegende Silberhalstauben, Madeira-Goldhähnchen und nach Futter bettelnde Madeira-Buchfinken. Hier werden auch immer wieder Erlenzeisig, Rotkehlchen und Grünfink angetroffen, die sich an den Aussichtspunkten gut beobachten lassen, da sie sich an die Menschen gewöhnt haben, oder über uns kreisende Mäusebussarde der Unterart harterti, Sperber (grati) und Turmfalken (canariensis). Auch nach dem Madeira-Zitronenfalter und dem Madeira-Waldbrettspiel, die hier das ganze Jahr über anzutreffen sind, müssen wir schauen.
Bei verschiedenen Stopps suchen wir an der Küste nach der seltenen Rosenseeschwalbe, wir müssen schon genau schauen, denn es gibt auch viele Flußseeschwalben zu sehen.

Madeiragoldhähnchen (Regulus madeirensis)

Um 21 Uhr starten wir zur Nachtexkursion in das 1.800 m hoch gelegene Brutgebiet des Madeira-Sturmvogels, der weltweit nur hier auf dem Pico do Arieiro mit etwa 40 Paaren brütet. Nach einer 25minütigen Wanderung auf befestigten Wegen erreichen wir den Beobachtungspunkt. Jetzt müssen die Taschenlampen ausgeschaltet und schweigend auf die ersten, unheimlich klingenden Rufe der Vögel geachtet werden. Sie kommen erst in der Dunkelheit vom Meer zurück zu ihren Bruthöhlen. Manchmal hört man auch Atlantiksturmtaucher, die auch ihre Nester in der Nähe haben oder eine durchstreifende Schleiereule, die nach Beute sucht. Während die Vögel um uns herum fliegen, aber kaum zu sehen sind, gibt es heißen Tee vor dem Rückweg. Erst nach Mitternacht endet dieser lange Tag!

Kanarenpieper (Anthus berthelotii madeirensis)

3. – 5. Tag: Da wir jeden Abend erst spät ins Hotel kommen, steht der Vormittag an diesen Tagen zur freien Verfügung.
Wer möchte, kann den Fluss entlang wandern und nach Wellenastrild, Gebirgstelze und dem Kanarengirlitz suchen. Mit etwas Glück erwischt man hier auch die Schleiergrasmücke. Meine Bilder in der Bildershow wurden auch hier gemacht. Wir treffen oft auf Moschusenten und Limikolen, die von ihren Zugwegen abgekommen sind und meist im Mündungsbereich und Hafenbecken nach Nahrung suchen.
Täglich um 15 Uhr starten wir unsere Pelagic Trips und kommen erst gegen 22:00 Uhr zurück in den Hafen von Machico. Die 500 Meter vom Hotel zum Hafen und zurück gehen wir zu Fuß, wir haben ja nicht viel Gepäck dabei. Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir wasserdichte Kleidung, am besten einen Regenponcho und einen Wasser undurchdringlichen Sack für unsere optische Ausrüstung dabei haben. Welches Gebiet wir anfahren, wird kurz vor der Abfahrt entschieden, da wir hier auf die Winde und Wellenlage schauen, um die besten Voraussetzungen für die Beobachtungen zu schaffen. Abendessen gibt es an Bord und gegen 22 Uhr werden wir wieder im Hafen anlanden.

Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus)

Eine Tour führt uns nach Norden, wo die See oft rau ist. Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Stelle, wo das Fischfleisch ausgeworfen wird (chumming genannt) und warten 4 Stunden auf die seltenen Madeirasturmvögel und Desertassturmvögel (Kapverdensturmvögel), sehen aber mit Sicherheit auch Bulwersturmvogel, Atlantiksturmtaucher und Sepiasturmtaucher (borealis). Bei unseren Fahrten begegnen wir auch öfter Zügeldelphinen, Großen Tümmlern oder Gemeinen Delphinen, die unsere Boot begleiten. Bei einigen Touren hat auch schon eine Unechte Karettschildkröte unsere Bahn gekreuzt bei ihrer Wanderung durch den Atlantik.
An einem Tag starten wir Richtung Desertas Inseln. Wir erhoffen Madeirawellenläufer, Buntfuß-Sturmschwalbe, Weißgesichts-Sturmschwalbe und die europäische Sturmschwalbe, aber auch Desertassturmvögel sind möglich. Bei unseren Touren wurden auch öfter über 3 Meter lange Blauhaie, die über 100 kg wiegen können, beobachtet. Ein einmaliges Erlebnis ist natürlich, wenn wir einer Gruppe Kurzflossen-Grindwalen und Brydewalen begegnen oder sogar das Glück haben, das größte Säugetier der Erde zu sehen, den Pottwal, dessen Männchen über 20 Meter lang werden und über 50 Tonnen wiegen können.

Madeirawellenläufer (Oceanodroma castro)

Je nachdem, was wir bei den Bootsfahrten an den beiden Vortagen beobachtet haben, suchen wir unser heutiges Ziel aus, um fehlende Pelagen zu suchen. Bulwersturmvogel, Atlantiksturmtaucher und Sepiasturmtaucher werden wir auch heute sicher sehen, aber vielleicht haben wir das Glück, hier selten vorkommende Arten wie den Kappensturmtaucher, Dunkelsturmtaucher, Balearensturmtaucher oder Kleinen-Sturmtaucher (baroli) zu beobachten. Abendessen gibt es wieder an Bord unseres Bootes.

Desertas-Sturmvogel (Fea’s / Dessertas Petre) Pterodroma feae deserta (Unterart/Art vom Kapverdensturmvogel)

6. Tag: Heute haben wir keine geführten Exkursionen geplant, der Tag ist als Reserve gedacht, wenn ein Pelagic Trip wegen schlechtem Wetter ausfällt. Wobei schlechtes Wetter für uns ruhige See bedeutet, denn die besten Beobachtungen werden bei Wind und hohen Wellen gemacht.
Wenn die Nachtexkursion am ersten Tag wegen schlechtem Wetter ausgefallen ist, gibt es auch heute die Möglichkeit, diese nachzuholen.
Sollten alle Touren so wie geplant stattgefunden haben, steht der Tag zur freien Verfügung und Sie können z.B.
Mit dem Bus zur Stadtbesichtigung nach Funchal fahren oder in der Umgebung beobachten. Auch lohnt sich ein Besuch im Botanischen Garten bei Funchal, die Seilbahn führt über das Tal Vale da Ribeira de João Gomes zur Bergstation nach Monte.
Keine 5 Gehminuten vom Hotel ist ein Badestrand und auch die kleine Altstadt von Machico ist sehenswert.

Weißgesicht-Sturmschwalbe (Pelagodroma marina)

 

7. Tag: Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

Unser Hotel White Waters liegt im Herzen der Kleinstadt Machico und nur wenige Gehminuten vom Meer. Die Bushaltestelle für den Bus nach Funchal ist nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt und Markt, Post und Geschäfte erreichen Sie in maximal 10 Minuten.

Die Reihenfolge der Tagesexkursionen kann sich ändern, da wir diese den Wetterverhältnissen anpassen, um die besten Beobachtungsmöglichkeiten zu bieten.

Wenn Sie Ihren Reisepartner mitnehmen möchten, der keine Bootstouren, aber die Landtouren mitmachen möchte, kann ich Ihnen gerne ein Angebot unterbreiten (Voraussetzung hierfür ist natürlich die Platz-Verfügbarkeit im Bus). Dasselbe gilt auch, wenn dieser nur Flug und Hotel buchen und die drei freien Vormittage mit Ihnen verbringen möchte.
Wenn Sie gerne noch ein paar Tage länger bleiben möchten, sprechen Sie uns an, das können wir gerne für Sie organisieren.

 

 

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Teilnehmer: maximal 8, minimal 6 Personen

Reisepreis – Reisedaten

Enthaltene Leistungen:

  • Flüge wie in der Reisebeschreibung aufgeführt (andere Abflughäfen auf Anfrage)
  • Übernachtung in Hotels mit DU/WC
  • Vollpension
  • meist einmal am Tag Lunchpakete
  • Fahrt- und Führungskosten
  • Bootstouren so wie im Reiseplan aufgeführt
  • örtliche englischsprachige ornithologische Reiseleitung
  • Genehmigungen
  • Eintrittsgelder, soweit im Reiseplan aufgeführt
  • Reise-Rücktrittskosten-Versicherung

Buchungsanfrage
Transfer vom Flughafen zum Hotel und zurück ist nicht in den Leistungen enthalten (ca. 15,-€ bis 20,-€/Strecke/Person)

deutschsprachige ornithologische Reiseleitung
auf Anfrage