Nicaragua ist für Vogelliebhaber eher ein unbeschriebenes Blatt,
obwohl mehr als 700 Arten aus über 70 Familien nachgewiesen sind,
mit steigender Tendenz. Vor allem in den Nebelwäldern des Nordens
werden immer noch neue Arten entdeckt. Ganzjährig sind vor allem
Vogelarten Mittelamerikas anzutreffen, von Ende März bis Mai kommen
jedoch einige südamerikanische Arten zum Brüten in die Mangrovenwälder
im pazifischen Becken. Es gibt 76 Naturschutzgebiete, die etwa 20% der
Landesfläche ausmachen. Einige werden privat betrieben und sind für
Ökotourismus geöffnet.
Nicaragua wird geprägt von der Maribios-Vulkankette mit mehr als
10 Vulkanen (teils aktiv, teils erloschen), zwei der größten
Seen Mittelamerikas und einer Vielzahl verschiedenster Lebensräume
für Pflanzen und Tiere: Trockensavannen, Nebel-, Mangroven- und tropische
Regenwälder. Entsprechend vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt.
Die hohe Artenvielfalt beruht auf klimatischen Unterschieden zwischen
der trockenen Pazifikseite und der feuchteren Karibikküste. Zwischen
Pazifik- und Karibikküste liegen rund 300 km. Während in der
Vulkankette die Baumgrenze bei rund 1.200-1.300 m beginnt, verschiebt
sich diese in den höheren Lagen im Norden Nicaraguas weiter nach
oben.
Klimatisch liegt Nicaragua in den Tropen mit weitgehend konstanten Tagestemperaturen
zwischen 29 bis 32° C am Tag und 22 - 24° C in der Nacht. Im Bergland
kann es je nach Höhenlage 8 bis 10° C kühler sein. Die Regenzeit
setzt Ende Mai ein und endet in der Regel Ende November bis Anfang Dezember,
wobei der November auf der karibischen Seite der niederschlagsreichste
Monat ist. In den Monaten März und April ist daher auf der pazifischen
Seite die Landschaft sehr trocken.
1. Tag: Abflug von Frankfurt nach Managua,
Übernachtung in Granada am Nicaraguasee.
2. Tag: Nach dem Frühstück brechen wir zu einem Tagesausflug
in die mehr als 300 Isletas (Inselchen) von Granada
auf, um bei einer Bootstour Wasservögel wie Bindentaucher, Blau-
und Schmuckreiher und Gelbstirn-Blatthühnchen
zu beobachten. Aber auch Greifvögel wie der Fischadler können
gesehen werden. Danach geht es weiter in den Nationalpark Ticuantepe.
Dort können wir Papageien beobachten, die in einer Felswand
brüten. 3. Tag: Heute besuchen wir ein Feuchtgebiet
zwischen Granada und Malacatoya, das
sich bis zur Lagune von Tisma hinzieht. Unser Augenmerk
am heutigen Tag gilt Wasservögeln wie Amerika-Blässhuhn,
Blauflügelente, Masken-Ruderente sowie dem Rötelreiher.
Sehr typisch für dieses Gebiet ist der Silberreiher, der
hier in Kolonien brütet.
4. Tag: Die heutige Tag führt uns vorbei an Salzpfannen
in das Naturschutzgebiet Juan Venado von Salinas
Grandes, das einzige großflächige Mangrovengebiet
auf der pazifischen Seite, zur Beobachtung von Silber-, Kanada-, Marmor-
und Grünreiher sowie Schnee-Sichler und mit
etwas Glück Wanderfalken. An der Küste fischen die
Braunen Pelikane. Auch der Prachtfregattvogel lässt
sich meist beobachten.
5. Tag: Transfer zum Flughafen und Flug mit einer kleinen Propellermaschine
nach San Carlos und anschliessende Bootsfahrt über
den Nicaraguasee zu der Insel San Fernando im
Solentiname Archipel. Anschließend begeben wir uns auf
die Suche nach der Gelbnackenamazone, die als Spezialität
für den Archipel bekannt ist.
6. Tag: Nach einer halbstündigen
Bootsfahrt erreichen wir das Wildlife Refuge Los Guatuzos
am südlichen Ende des Nicaraguasees. Bei einer Bootstour
auf dem Papaturrofluss erkunden wir die ausgedehnten
Sumpfgebiete des Nationalparks. Charaktervögel sind Kormorane,
Schlangenhalsvögel und Gelbstirn-Blatthühnchen,
oft sehen wir auch Jabirus und Dreilappenkotingas. Am
Ufer können immer wieder Wasserschildkröten beim Sonnenbad
beobachtet werden. Auf dem Rückweg fahren wir zur Insel El
Zapote, um dort nach dem Waldstorch zu suchen. Weitere
typische Vögel sind Schnee-Sichler und Nacktkehlreiher.
7. Tag: Während unserer ca. 3-stündigen Bootsfahrt
über den See nach San Carlos und auf dem Río
San Juan nach Boca de Sabalos können wir
Wasservögel wie die Brasilscharbe immer wieder sehen. Auch
lohnt es sich, in den Baumwipfeln am Flußufer nach Greifvögeln
wie Fischadler, Fisch-Bussard und Truthahngeier zu schauen.
Am sumpfigen Ufersaum können Zwerg-Sultanshuhn, Flecken- und
Weißkehlralle beobachtet werden. Bei einer abendlichen Boots-
und Landtour suchen wir nach Kaimanen und nach Hauben-, Kleinstzwerg-
und Sprenkelkauz.
8. Tag: Mit Sonnenaufgang brechen wir zur Vogelbeobachtung am
Rio Sta. Cruz auf, um Gürtel- und Zweifarben-Fischer
zu beobachten. Mit etwas Glück sehen wir alle 6 Eisvogel-Arten
der Neuen Welt. Auch nach dem seltenen Kahnschnabel werden wir
suchen. Mit Sicherheit machen sich die braunen Mantelbrüllaffen
bemerkbar. Weiterfahrt nach Bartola / Aguas Claras, das
ca. 10 km flussabwärts von El Castillo im
Indio Maiz Reservat liegt. Dort werden wir auf einem Trail durch
den Regenwald wandern, um Brillen-Ameisenpitta, Schwarzachsel-Tangare,
Rotschwanztyrann, Veilchen- und Schwarzkehl-Trogon zu beobachten,
aber auch etwas über den sekundären und primären Regenwald
zu erfahren. Am Spätnachmittag Rückkehr nach El Castillo.
9. Tag: Der heutige Tag führt uns
in die traditionellen Kaffeeanbaugebiete Nicaraguas. Zunächst kehren
wir im Boot nach San Carlos zurück, fliegen nach
Managua, um in die Berge von Matagalpa
zur Finca El Jaguar, einem 100 ha grossen privaten Schutzgebiet,
zu fahren. 239 Vogelarten sind dort nachgewiesen. Auf einer ersten nächtlichen
Tour sehen wir mit etwas Glück verschiedene Eulenarten und
die Texasnachtschwalbe.
10. Tag: Bei einer ausgedehnten Tagestour können wir Langschwanz-
und Streifenkehl-Schattenkolibri, Violettdegenflügel, Smaragdkehlkolibri,
Braunschwanzamazilie, Streifenschwanzkolibri,sowie Fuchsscheitelvireo,
Waldzaunkönig, Schieferklarino, Lauch-Arassari und Jungferntrogon
beobachten. Auch nordamerikanische Zugvögel wie Birken- und
Buchen-Schnäppertyrann, Gelbkehlvireo und Sommer-Tangare
werden wir versuchen zu entdecken. Im Gebiet leben auch Langschnabel-
und Schwalbenweihe.
11. Tag: Der heutige Tag führt uns in das Vogelgebiet von
El Gobiado im Dantali –
El Diablo Reservat. Nach Sonnenaufgang können wir dort die
Stimmen des auf der Roten Liste stehenden Dreilappenkotinga hören.
Danach suchen wir nach schönen Vögeln wie Violettdegenflügel,
Abttangare, Laucharassari und, je tiefer wir in den Wald kommen,
auch nach Quetzalen.
12. Tag: Heute machen wir eine ausgedehnte Tour hinauf in das
Quetzalhabitat der Selva Negra oder
nach Miraflores. Beide Gebiete sind Nebelwälder,
die sich bis zu einer Höhe von 1.300 m erstrecken. Neben dem Quetzal
können wir Rotscheitel-Maskentyrann, Cabanisdrossel und
Goldbraue mit etwas Glück beobachten.
13. Tag: Über Matagalpa
geht es hinab in das private Montibelli Reservat, das
sich durch tropischen Trockenwald und den Übergang ins Bergvorland
(Höhenlage zwischen 360 m und 720 m NN) auszeichnet. Charakteristisch
sind Brauen- und Blauscheitel-Motmot, Sperlings- und
Inkatäubchen. Aber auch Olivscheitel-Breitschnabeltyrann,
Schwarzkappen-Schopftyrann und den Nördlichen Blasskleintyrann
können wir sehen.
14. Tag: Am heutigen Tag versuchen wir im Montibelli
Reservat weitere Arten wie Kiefern- und Bischofstangare,
Rotkehl-Ameisentangare sowie den Gabelschwanzkolibri zu
beobachten. Gegen Mittag brechen wir zur Fahrt ins Domitila Reservat
auf. Der subtropische Trockenwald liegt an den Ausläufern des Vulkans
Mombachos. Als besondere Spezialität gelten hier der Hoffmannspecht
und Lanzettstrichel-Baumsteiger aber auch Gabelschwanzkolibri
und Langschwanzhäher.
15. Tag: Rückfahrt nach Managua, Transfer
zum Flughafen, anschließend Rückflug nach Deutschland.
16. Tag: Ankunft in Frankfurt/M.