Nordost-Griechenland ist die ökologisch vielseitigste Region Griechenlands.
Die Palette reicht von mediterranen Stränden, Macchien, Lagunen,
Süßwasser-Seen, Deltas und Flusslandschaften über mitteleuropäisch
anmutende montane Laub- und Nadelwälder bis zu alpinen, baumlosen
Gipfelregionen 2.000 Meter über dem Meer. Entsprechend artenreich
ist die Tier- und Pflanzenwelt. In den dünn besiedelten Waldlandschaften
tummeln sich noch Bär und Wolf und in den Feuchtgebieten leben Flamingos,
Pelikane, Kormorane, Zwergscharben, Reiher, Löffler, Möwen,
Seeschwalben und Limikolen. Ein Greifvogelschutzgebiet an der türkischen
Grenze beherbergt die letzten Mönchsgeier Osteuropas und ein Dutzend
weiterer Greifvogel-Arten. Auf der Exkursion versuchen wir einen Teil
dieser naturräumlichen Vielfalt kennen zu lernen.
Bei unserer Tour im März fehlen die Griechenland-Spezialitäten;
Spornkiebitz, Maskenwürger und Kurzfangsperber, dafür hat man
aber Chancen auf Wintergäste wie Zwerg- und Rothalsgans, Weißkopf-Ruderente
sowie Schelladler und mit Glück den seltenen Dünnschnabel-Brachvogel.
1. Tag: Flug von Frankfurt nach Thessaloniki,
anschließend weiter Richtung Kavala. Je nach Ankunftszeit
werden wir auf dem Weg zum Hotel kurze Stopps machen. Am Koronia-See
sind meist Flamingos und Pelikane sowie möglicherweise
ein erstes ornithologisches Bonbon, der Kurzfangsperber, zu beobachten.
Dann fahren wir weiter zum Reiherbaum zwischen Koronia-
und Volvi-See (Reiher, Blauracke, Schwarzstirnwürger).
Wenn die Zeit reicht, werden wir bei den "Nymphopetres"
(Gesteinsformationen) und beim Bayrischen Löwen bei Amfipolis
am Strymon-Fluß kurze Exkursionen machen. Abends
erreichen wir unser Quartier an der Mündung des Nestos.
2. Tag: Vormittags fahren wir zu einem Aussichtsplatz auf 1.000
m Höhe, der einen fantastischen Einblick in die Nestos-Schlucht
ermöglicht. Wir können dort Kurzfangsperber, Schwarzstorch,
Stein- und Schlangenadler beobachten. Ab 10 Uhr, wenn die
Thermik richtig einsetzt, kommen Gänse- und Schmutzgeier
die Schlucht herunter gesegelt. Blühender Wild-Flieder, rote
Wildtulpen und andere Bergblumen bereichern das Panorama. Mittags
fahren wir zur Nestos-Schlucht bei Toxotes. Während
einer Wanderung können Flußregenpfeifer, Blutspecht, Trauermeise,
Felsenschwalbe und verschiedene Amphibien und Reptilien
gesehen werden. An beschatteten Felsen blüht Haberlea rhodopensis,
eine der wenigen europäischen Arten der Gesneriaceen (Usambaraveilchen).
Abends sind wir wieder in Keramoti, wo wir noch zu Fuß
die Lagunen nördlich von Keramoti in Augenschein nehmen können
(Seiden-, Nacht- u. Rallenreiher, Zwergscharben, Spornkiebitz,
Stelzenläufer, Sanderling, Zwerg- und Sichelstrandläufer).
3. Tag: Morgens fahren wir in die Gipfelregion
des Pangeon-Gebirges (ca. 1.800 m). Bei einer Wanderung
in der Mattenregion, über blühende Krokuswiesen, können
wir Alpendohle, Steinrötel, Ohrenlerche, Alpenbraunelle, Steinschmätzer,
Bergpieper und Hausrotschwanz sehen.
Danach Abfahrt auf 1.300 m in die Buchenregion. Dort werden oft Schwarzspecht,
Blutspecht, Kurzfangsperber, Zaunammer, Baumpieper und mit etwas
Glück Wanderfalke beobachtet, aber auch die Frühlingsblumen
sollen hier nicht zu kurz kommen (z.B. Fritillaria und Blaukissen).
Nachmittags Fahrt zur griechisch-römischen Ausgrabungsstätte
Philippi. Dort fand vor 2.000 Jahren die größte Schlacht
der Antike statt (Römer gegen Römer!). In der Ausgrabungsstätte
lassen sich nebenher sehr schön Mittelmeersteinschmätzer,
Felsenkleiber, Zaunammer, Blauracke, Blutspecht und eventuell Wanderfalke
und Adlerbussard beobachten.
4. Tag: Vormittags Fahrt ins Nestos-Delta. Unterwegs
können Bienenfresser und möglicherweise Maskenwürger
sowie Häherkuckuck beobachtet werden. Wir gehen zu Fuß
durch einen Auwaldrest mit Altarmen und vielen Lianen an den Bäumen.
Beutelmeise, Drosselrohrsänger und Blaßspötter
sind überall zu hören. Auf schwimmenden Baumstämmen sonnen
sich Europäische- und KaspischeSumpfschildkröten.
Nachmittags begeben wir uns an die Mündung des Nestos. Dort gibt
es meist Fluß-, Zwerg-, Trauer-, Weißbart- und
Weißflügelseeschwalben, Triel, Spornkiebitz, Sand- und
Seeregenpfeifer usw..
5. Tag: Heute fahren wir nach Osten,
Richtung türkische Grenze. Erster Stopp an den Lagunen bei
Porto Lagos, meist gibt es Seiden-, Silber-, Grau-, Purpur-
und Nachtreiher, Flamingos, Zwerg-, Fluss-, Brand- und
Lachseeschwalben zu sehen. Danach zum Mitriku-See
(Ismarida-See), an dem oft Schwarzkopfmöwen, Trauer- und
Weißbartseeschwalben, evtl. Moorente, Seeadler, Schlangenadler,
Blauracke und Kappenammer beobachtet werden. Wir fahren
an Alexandrupoli vorbei nach Tichero
am Evros.
6. Tag: Nach dem Frühstück Fahrt zu einem Geierfutterplatz.
Dort sind fast immer Schwarzstorch, Mönchs-, Gänse- und
Schmutzgeier zu sehen. Anschließend Exkursion am Evros.
Schlangen-, Zwerg- und Schreiadler sind hier nicht selten,
es wurde auch schon der Kaiseradler gesehen. Nachmittags gehen
wir ins Brutgebiet der Orpheusgrasmücke. Mit etwas Glück
kann man sie gut beobachten.
7. Tag: Wir fahren morgens nach Südwesten durch endlose
unbewohnte Wälder (u.a. Schlangen-, Zwergadler)
nach Süden ins Evros-Delta. An einer Felswand haben
wir schon oft Blaumerle und Zippammer gesehen, vielleicht
zeigt sich der Heckensänger wieder. Im Delta wandern wir
entlang der großen Lagune. Hier wurden schon Zwerg- und
Schwarzkopfmöwen, Stelzenläufer, Säbelschnäbler,
Alpen- und Zwergstrandläufer, Odinshühnchen, Rot- und
Grünschenkel sowie Brachpieper, Kurzzehenlerche und
Isabellsteinschmätzer, Bläß-, Brand- und Rostgans,
Schnatter-, Stock-, Knäk-, Moor- und die seltene Weißkopf-Ruderente
nachgewiesen.
8. Tag: Wir fahren nach Dadia,
von dort nach Westen zum Sapka-Pass (1.000 m NN) und
machen eine kurze Wanderung. Auf einer Lichtung im Eichenwald, auf der
Traubenhyazinthen, Schüsselblumen und Veilchen
blühen, werden auch oft Schwarzspecht, Blutspecht, Misteldrossel
und Berglaubsänger beobachtet. Danach Weiterfahrt durch
türkische Dörfer nach Paranesti.
9. Tag: Heute besuchen wir das Randgebiet des Rodopen-Urwaldes.
Dabei bestehen Chancen auf Tannenhäher, Dreizehenspecht, Haselhuhn,
Auerhuhn, Steinadler, Sperber, Kurzfangsperber und Bärenspuren.
Die Bären und die dort ebenfalls vorkommenden Wölfe
sind nachtaktiv und meiden den Menschen.
10. Tag: Es geht zunächst in das Falakron-Gebirge
nördlich von Drama. Eine Teerstraße
führt bis auf 2.000 m NN. Unterwegs sind Steinrötel
und Trauermeise möglich. Bei schönem Wetter steigen
wir auf den Gipfel (2.230 m), bewundern auf dem Weg die blühende
Gebirgsflora und halten nach Ohrenlerche, Steinschmätzer, Bergpieper,
Alpendohle, Alpenkrähe und Mauerläufer Ausschau.
Falls es bewölkt ist, beschränken wir uns auf einen Rundgang
um den Kessel unterhalb des Gipfels. Dann fahren wir weiter zum Kerkini-See,
wo wir unser letztes Quartier beziehen.
11. Tag: Morgens Bootsfahrt auf dem Kerkini-See zu
einer Kormoran-Kolonie, in der auch Zwergscharbe, Löffler,
Seiden-, Nacht-, Rallen- und Graureiher brüten.
Außerdem kann man Rosa- und Krauskopfpelikan, Uferschwalbe,
Weißbart- und Trauerseeschwalbe beobachten. Nachmittags
können wir bei einer Rundfahrt um den See alle diese Arten nochmals
in Ruhe beobachten, mit etwas Glück dazu noch Raubseeschwalbe
und Rosenstar.
12. Tag: Vormittags werden wir noch einmal
das Ostufer des Kerkini-Sees besuchen, mit verschiedenen
Beobachtungs-Stopps. Nachmittags Transfer zum Flughafen und Rückflug
nach Frankfurt.