Estland – Osten

Birkhahnbalz und Schreiadler

In den östlichen und vom kontinentalen Klima geprägten Landesteilen beginnt der Frühling jedes Jahr ungefähr drei Wochen eher als in der westlichen Küstenregion und auf den Inseln. Mit dem dadurch verbundenen früheren Start der Vegetationsperiode, ein unerschöpfliches Nahrungsreservoir. Im Frühjahr werden diese Gebiete von Millionen Zugvögeln als Raststätte auf ihrem Weg in die weiter nördlich gelegenen Brutgebiete aufgesucht. Der Wachtelkönig brütet mit ca. 15.000 Brutpaaren in den Feuchtwiesen, und der Schreiadler ist meist zu sehen, wie in den östlichen Landesteilen Weißrückenspecht, Birkhuhn, Habichtskauz und Doppelschnepfe. Die Klimaerwärmung ist ein Grund dafür, dass Arten wie Buschspötter, Wanderlaubsänger und die Weißflügelseeschwalbe im südöstlichen Binnenland regelmäßig anzutreffen sind oder der aus den östlichen Regionen vordringende Buschrohrsänger – Estland ist ein Vogelparadies.

Reiherente (Aythya fuligula)

1. Tag: Flug von Deutschland nach Tallinn und Transfer zum Hotel am Fuße des Domberges.

2. Tag: Heute haben Sie die Qual der Wahl, wer möchte, kann an einer Stadtführung durch das mittelalterliche Tallinn teilnehmen (russisch-orthodoxe Newski-Kathedrale, Domkirche, Tallinns historischer Kern, seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe).
Die Vogelliebhaber führt eine frühmorgendliche Tour auf eine Tallinn vorgelagerte Halbinsel. Von Beobachtungstürmen können wir bestens in die Buchten hineinschauen (Rohrweihe, Eiderenten, Pfeifenten, Tafelenten, Schnatterenten und Eisenten).
Am Nachmittag Fahrt Richtung Osten in den Lahemaa-Nationalpark. Hier sind Rotdrossel, Mittelspecht und Wendehals meist zu beobachten.

Eistaucher (Gavia immer)

3. Tag: Am frühen Morgen besuchen wir einen Birkhahnbalzplatz. Meist können 4 – 8 Hähne bei ihren Scheinkämpfen zu sehen sein, vielleicht zieht eine Wiesenweihe durch, eine Bekassine meckert oder der Ruf von Karmingimpel und Wanderlaubsänger ertönt in den frühen Morgenstunden.
Nach einem späten Frühstück Fahrt zum Lahemaa-Nationalpark, der mit seinem abwechslungsreichen Küstenrelief (Kalksteinplateaus mit Kliffküste, Buchten und Sandstränden) beste Beobachtungsmöglichkeiten für Weißwangengänse und Ringelgänse, aber auch Seeadler, Mittelsäger und Zwergsäger, Ohrentaucher, Prachttaucher und Eistaucher, Eiderenten, Trauerenten, Samtenten, Eisenten und Schellenten bietet.
Nach dem Abendessen sind die Chancen gut, an einem Waldbachlauf einen Biber zu sehen.

4. Tag: Heute besuchen wir das älteste unbewirtschaftete Waldreservat im Nationalpark.
Reich an Quellsümpfen und Totholz ist es der ideale Lebensraum für Haselhuhn, Schwarzspecht, Weißrückenspecht und Dreizehenspecht. Mit etwas Glück sind Fährten von Braunbär und Luchs zu sehen.
An den seichten Flachwasserbereichen der Küstenwiesen sehen wir meist Singschwäne und Zwergschwäne, Dunkle Wasserläufer, Rotschenkel und Grünschenkel, Kampfläufer und manchmal auch den Terekwasserläufer.
Gegen Abend beziehen wir unsere Unterkunft – mitten im Revier des Schreiadlers – und versuchen eine erste Doppelschnepfenbeobachtung.

Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos)

5. Tag: Wir besuchen das flächengrößte (34.220 ha) unberührte Feuchtgebiet Europas, das NSG Alam-Pedja. Unzählige Gewässer durchziehen eine ursprüngliche Landschaft aus Sümpfen, Feuchtwäldern und Überschwemmungswiesen. Bei einer Bootsfahrt auf dem Emajõgi-Fluss suchen wir nach Schwarzstorch, Seeadler, Schreiadler und Fischadler. Pfeifenten, Blässgänse, Weißwangengänse und Saatgänse äsen auf den Wiesen, Kampfläufer und Dunkler Wasserläufer im Prachtkleid stochern nach Würmern. Geringe Distanzen und eine hohe Artenvielfalt heben diesen Nachmittag besonders hervor.

6. Tag: Längere Wanderung (11 km) durch den Hochmoorkomplex des NSG Endla, in dem Steinadler, Schreiadler, Seeadler und Fischadler ihr Revier haben. In den Wäldern sind Haselhuhn, Sprosser, Weißrückenspecht und Schwarzspecht zu Hause und auf dem verlandeten Endla-See sind Kraniche, verschiedene Entenarten, Blässgänse, Weißwangengänse und Saatgänse in großen Individuenzahlen zu sehen.
Am Abend besuchen wir einen der bedeutendsten Balzplätze der Doppelschnepfe im nordöstlichen Europa. Bis zu 25 Männchen vollführen hier jedes Jahr ihre Flattersprünge, mit Sicherheit einer der Höhepunkte dieser Reise! Je nach Wasserständen und Witterung erkunden wir verschiedene Brutwiesen entlang des Emajõgi-Flusses.

Löffelente (Anas clypeata)

7. Tag: Fahrt nach Räpina mit Kurzexkursionen entlang des Pedja-Flusses. Auf den Überschwemmungswiesen suchen wir Limikolen und im naturbelassenen Bruchwald nach Haselhuhn, Tannenhäher, Fichtenkreuzschnabel, Birkenzeisig, Mittelspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht und Weißrückenspecht. In den letzten Jahren wird auch der Buschrohrsänger immer wieder gesehen.
Am Nachmittag Besuch der Fischteiche von Ilmatsalu, einer der „Hot Spots“ des Binnenlandes. Neben großen Schwärmen von Enten, Blässgänsen, Zwergschwänen und Singschwänen wird auch regelmäßig der Rothalstaucher und die Zwergschnepfe beobachtet. Am Abend Stadtführung durch die ehrwürdige Universitätsstadt Tartu.

8. Tag: Beobachtungen entlang der südlichen Küste des Peipussees nahe der EU Außengrenze zu Russland. Besonders das RAMSAR-Gebiet der Polder von Räpina mit jährlich 1,5 Millionen Zugvögeln (Limikolen, Gänse, Bergenten, Löffelenten, Schnatterenten, Spießenten und Pfeifenten) gehört zu den wichtigsten Sammel- und Rastplätzen in Estland. Als Brutvögel finden wir Schelladler, Beutelmeise, Wachtelkönig, Kolonien von Zwergmöwen, Trauerseeschwalben und Weißflügelseeschwalben sowie mit etwas Glück Schreiadler, Karmingimpel, Zitronenstelze und Buschrohrsänger.
Abendexkursion zur Doppelschnepfe.

9. Tag: Bevor wir nach Tallinn zurückfahren, Besuch der Polderwiesen von Ardla. Der in einer Senke gelegene See und die ihn umgebenden Polderflächen sind Brutrevier für eine Vielzahl von Entenvögeln und Möwen. Auch das Kleine Sumpfhuhn und die Zitronenstelze brüten hier.

10. Tag: Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

 

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Teilnehmer: maximal 7, minimal 4 Personen

Reisepreis – Reisedaten

Enthaltene Leistungen:

  • Flüge wie in der Reisebeschreibung aufgeführt (Abflughäfen auf Anfrage)
  • Zimmer mit DU/WC
  • Vollpension
  • mittags Lunchpakete
  • Fahrt- und Führungskosten
  • Bootstouren so wie im Reiseplan aufgeführt
  • örtliche deutschsprachige ornithologische Reiseleitung
  • Genehmigungen
  • Eintrittsgelder, soweit im Reiseplan aufgeführt
  • Reise-Rücktrittskosten-Versicherung

Buchungsanfrage

Diese Tour kann mit der Reise nach Estlands Westküste kombiniert werden

 
 
 
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